Der jüngste Gewinner.

Egan Bernal, 22 Jahre, der jüngste Tour de France Gewinner

Am Ende war es der Columbianer, der als Erster über den Col de l‘ Iseran fuhr. Zu einem Zeitpunkt der 19. Etappe, an dem alle noch glaubten, jetzt kommen die letzten großen Angriffe der Top 4 im Classement. Das Wetter machte dem ein Strich durch die Rechnung. Hagel und eine Schlammlawine nötigten die Rennleitung, das Rennen abzubrechen. Gewertet wurde das Überfahren des vorletzten Cols. Und da war der Columbianer der Erste. Julian Alaphilippe, der bisher führte, konnte nicht mehr wirklich folgen oder auch er rechnete sich vielleicht aus, erst wieder auf den letzten 20 Kilometern anzugreifen. Genauso erging es wahrscheinlich Geraint Thomas, er war noch im Rennen um den Gesamtsieg – für ihn dann das zweite Mal. Aber auch er musste, in diesem Fall sogar seinem Teamgefährten, zwar nicht wirklich fahren lassen, sondern war eben auch zur falschen Zeit am Col de l‘ Iseran.

Egan Bernal fuhr sich mit Hilfe des Wetters ins gelbe Trikot und behielt es auch auf der vorletzten Etappe. Jetzt fuhr die gesamte INEOS Mannschaft für ihn – eben auch der Vorjahressieger Geraint Thomas. Die letzte Etappe nach Paris – für das gelbe Trikot nur noch Makulatur – krönte den jüngsten Tour-Sieger in der Geschichte der Rundfahrt.

Es war eine spannende Tour, weil bis kurz vor Schluß die Top 10 unglaublich nah beieinander waren. Fast hätte es auch geklappt, dass endlich wieder ein Franzose die Tour gewinnt. Julian Alaphilippe hatte bewiesen, dass er nicht ohne Grund die Nummer Eins in der Welt ist. Aber das Pensum, die vielen Tage im gelben Trikot, der Gejagte zu sein, war dann am Ende zu viel für den mir sehr sympathischen Franzosen. Ein toller Rennfahrer!

Geraint Thomas war in einer unangenehmen Situation. Er hätte die Tour gewinnen können, es fehlte nicht viel. Doch so mußte er seinem Teamkollegen am Ende vom zweiten Platz aus gratulieren – 1 Minute 21 Sekunden trennten sie voneinander. Der dritte Platz ging an Steven Kruijswijk. Auf dem „undankbaren“ 4. Platz landete der Deutsche Emanuel Buchmann. Auch er hatte das Zeug, auf das Podium zu fahren, aber am Ende nicht unglücklich mit der Platzierung.

Die Beste Mannschaft war zum Schluß die spanische Equipe Moviestar auf Canyon Bikes mit dem Strassen-Weltmeister Alejandro Valverde und dem anderen Columbianer Nairo Quintana – er war dieses Jahr in den Bergen leider nicht so zwingend, gewann aber trotzdem eine Etappe.

Bester Sprinter wurde zum 7. Mal Peter Sagan. Er ist gereift, weiterhin raffiniert und eine feste Größe, als einer der besten Sprinter der Welt.

Der beste Mann in den Bergen war am Ende Romain Bardet und so haben die Franzosen auch noch ihren Helden abgekommen.

Kämpferischster Fahrer wurde Julian Alaphilippe. Ein schönes Trostpflaster. Ich hätte den Katushas mit Rick Zabel und Nils Polit mehr gewünscht, aber die Mannschaft hängt fest – der Weggang von Marcel Kittel zeugt von großen Veränderungen bei Katusha Alpecin, die wahrscheinlich bevorstehen.

Ich wäre gern beim Finale in Paris dabeigewesen. Es hat dann leider nicht gepasst, aber nächstes Jahr …

Die Tour, das waren für mich drei tolle Woche – man ist nie komplett dabei, aber sie ist Tag für Tag ein schönes Ritual für Rennrad-Maniacs. Bei jeder Ausfahrt ist sie im Kopf und irgendwie fährt man mit. Keep on moving, bitches.

Am Tag des Finales sind wir, der Rapha Cycling Club, eine schöne Runde durch Brandenburg gefahren. Und wir hatten sogar ein gelbes Trikot dabei. 133 Kilometer waren am Ende auf dem sehr unzuverlässigen Garmin.

RCC durch Berlin und Brandenburg. Gran Fondo für Großstädter.

Veröffentlicht von bobcurtiz

Schreiben. Sehen. Zeit durchstolpern. Und rasten. Alles, nur keine Lakritze essen müssen. Auch kein Zungendreher. Und Rechtshänder. Der ganz normale Wahnsinn.

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